KI-Ratgeber

Benutzerdefinierte Anweisungen, Gedächtnis, Projekte: deine KI einmal richtig einstellen

Veröffentlicht am 4 Min. Lesezeit

Inhalt
  1. Was sind benutzerdefinierte Anweisungen?
  2. Gedächtnis, Projekte, GPTs und Gems: Was ist der Unterschied?
  3. Eine Vorlage für benutzerdefinierte Anweisungen zum Kopieren
  4. Wie organisierst du Projekte und eigene Assistenten?
  5. Wo findest du diese Einstellungen bei deinem Assistenten?
  6. Häufige Fragen

Benutzerdefinierte Anweisungen ersparen dir, in jeder Unterhaltung neu zu erklären, wer du bist und wie du Hilfe möchtest. Zusammen mit dem Gedächtnis, Projekten und maßgeschneiderten Assistenten (eigene GPTs in ChatGPT, Gems in Gemini) machen sie aus einem allgemeinen Chatbot ein Werkzeug, das auf dich eingestellt ist. Hier erfährst du, wofür jede Funktion da ist, bekommst eine Vorlage zum Kopieren und die wichtigsten Vorsichtsregeln.

Ich möchte die benutzerdefinierten Anweisungen für meinen KI-Assistenten schreiben.
Interviewe mich: Stell mir 8 Fragen, eine nach der anderen, und warte jeweils auf meine Antwort, zu:
- meinem Beruf und meinem Umfeld;
- den Aufgaben, für die ich dich am häufigsten nutze;
- dem Tonfall und dem Detailgrad, den ich bevorzuge;
- den Formaten, die mir nützen (Listen, Tabellen, Fließtext);
- dem, was mich an deinen üblichen Antworten stört.

Schreib danach zwei Blöcke:
1. "Was der Assistent über mich wissen soll" (5 bis 8 Zeilen);
2. "Wie der Assistent antworten soll" (8 bis 10 kurze, überprüfbare Regeln).
Nimm keine sensiblen Daten auf: keinen vollständigen Namen, keine Adresse, keine Gesundheits- oder Finanzdaten.

Was sind benutzerdefinierte Anweisungen?

Es ist ein Text, den du einmal in den Einstellungen hinterlegst und den der Assistent zu Beginn jeder neuen Unterhaltung berücksichtigt. Meist besteht er aus zwei Teilen: was die KI über dich wissen soll (Beruf, Umfeld, Kenntnisstand) und wie sie antworten soll (Ton, Länge, Format). ChatGPT, Claude, Gemini und Le Chat von Mistral bieten jeweils eine solche Funktion, allerdings unter Namen und an Stellen, die je nach Tool, Tarif und Update variieren. Such in den Einstellungen unter Profil oder Personalisierung.

Diese Anweisungen ersetzen keinen guten Prompt: Sie legen den Rahmen fest, der Prompt beschreibt die aktuelle Aufgabe. Für den Prompt selbst hilft dir die Methode für den perfekten Prompt mit 5 Zutaten.

Gedächtnis, Projekte, GPTs und Gems: Was ist der Unterschied?

Die Personalisierungsfunktionen im Überblick (Verfügbarkeit je nach Tool und Tarif)
FunktionWas sie machtWann du sie nutzt
Benutzerdefinierte AnweisungenEin fester Text, der zu Beginn jeder Unterhaltung gelesen wirdDeine allgemeinen Vorlieben, die überall gelten
GedächtnisDer Assistent merkt sich Informationen über mehrere Gespräche, die du einsehen und löschen kannstDamit du wiederkehrenden Kontext nicht ständig neu erklären musst
ProjekteEin Bereich, der Unterhaltungen, Dateien und Vorgaben zu einem Thema bündeltEin Kundenauftrag, ein Buch, eine Schulung, ein Bauvorhaben
Eigene GPTs, GemsEin spezialisierter Assistent mit eigenen Vorgaben und DokumentenEine wiederkehrende Aufgabe, eventuell mit Kolleginnen und Kollegen geteilt

Die Logik ist überall gleich: vom Allgemeinen zum Spezialisierten. Die Anweisungen gelten für alles, das Gedächtnis ergänzt, was der Assistent gelernt hat, ein Projekt begrenzt den Kontext auf ein Thema, ein maßgeschneiderter Assistent widmet sich einer einzigen Aufgabe. Diese Funktionen hängen von deinem Tarif ab und ändern sich schnell: Prüf, was dein Konto bietet, bevor du deine Arbeitsweise darauf aufbaust.

Eine Vorlage für benutzerdefinierte Anweisungen zum Kopieren

Hier ist eine Vorlage für den Start. Ersetze die [eckigen Klammern], streich, was dich nicht betrifft, und halte die Regeln kurz: Eine vage Vorgabe wie "sei präzise" ändert nichts, eine überprüfbare wie "beginne mit der Antwort" merkst du sofort.

Was du über mich wissen sollst:
Ich arbeite als [Beruf] in [Branche], vor allem an [Art von Aufgaben].
Mein Kenntnisstand bei [technischem Thema]: [Anfänger / Fortgeschritten / Experte].
Ich lese deine Antworten oft auf dem [Smartphone / Computer].

Wie du antworten sollst:
- Antworte auf Deutsch; in Texten für Dritte verwende die Sie-Form.
- Beginne mit der direkten Antwort, danach Details, falls nötig.
- Standardmäßig höchstens 200 Wörter; länger nur, wenn ich darum bitte.
- Nutze eine Tabelle für jeden Vergleich mit mehr als 2 Elementen.
- Wenn meine Anfrage mehrdeutig ist, stell eine Rückfrage, bevor du antwortest.
- Sag klar, wenn du unsicher bist oder eine Information geprüft werden muss.
- Erfinde nie Quellen, Zahlen oder Zitate.
- Vermeide Marketingsprache und überflüssige Höflichkeitsfloskeln.
- Wenn du einen Text vorschlägst, liefere nur eine Version, außer ich bitte um mehr.

Teste deine Einstellungen danach in einer neuen Unterhaltung mit drei typischen Anfragen. Wenn eine Regel nicht eingehalten wird, formuliere sie konkreter, statt eine weitere hinzuzufügen.

Wie organisierst du Projekte und eigene Assistenten?

  1. Ein Projekt pro dauerhaftem Thema: ein Kunde, ein Manuskript, eine Schulung. Leg dort die Referenzdokumente und themenspezifische Vorgaben ab.
  2. Ein eigener Assistent pro wiederkehrender Aufgabe: Angebote prüfen, Protokolle vorbereiten, Produkttexte schreiben. Gib ihm eine einzige Aufgabe und ein Beispiel für das erwartete Ergebnis.
  3. Das Gedächtnis für den Rest: Lass es eingeschaltet, wenn es dir hilft, aber schau regelmäßig nach, was es gespeichert hat, und lösche Veraltetes oder allzu Persönliches.
  4. Eine Überprüfung alle drei Monate: Deine Bedürfnisse ändern sich, deine Anweisungen sollten mitziehen.

Ein konkretes Beispiel: Eine Beraterin kann allgemeine Anweisungen zu ihrem Tonfall behalten, für jeden Kunden ein Projekt mit dem Lastenheft anlegen und einen Assistenten nur für die Gestaltung ihrer Angebote einrichten. Dasselbe Prinzip hilft, in sozialen Netzwerken die eigene Stimme zu behalten, wie unser Ratgeber zu LinkedIn-Beiträgen mit KI zeigt.

Wo findest du diese Einstellungen bei deinem Assistenten?

Die Menüs ändern sich regelmäßig, die verlässlichste Quelle bleibt die offizielle Hilfe der Anbieter: das Hilfecenter von OpenAI für ChatGPT, das Hilfecenter von Anthropic für Claude und die Gemini-Hilfe von Google. Such dort nach Begriffen wie "Personalisierung", "Gedächtnis" oder "Projekte". Wenn du noch zwischen mehreren Tools schwankst, hilft dir unser Vergleich ChatGPT, Claude, Gemini oder Le Chat bei der Wahl je nach Nutzung.

Nimm dir heute zehn Minuten: Starte den Prompt des Tages, kopier das Ergebnis in deine Einstellungen und teste es an einer echten Aufgabe. Danach verbesserst du nach und nach, immer eine Regel nach der anderen.

Häufige Fragen

Gelten benutzerdefinierte Anweisungen auch für alte Unterhaltungen?

In der Regel gelten sie für neue Unterhaltungen, die du nach dem Speichern beginnst. Um eine Änderung zu testen, öffne also eine neue Unterhaltung, statt eine alte fortzusetzen.

Was ist der Unterschied zwischen Anweisungen und Gedächtnis?

Die Anweisungen sind ein Text, den du selbst schreibst und vollständig kontrollierst. Das Gedächtnis füllt sich im Lauf der Gespräche; je nach Tool kannst du es in den Einstellungen einsehen, ändern oder ausschalten.

Brauche ich einen kostenpflichtigen Tarif für Projekte, GPTs oder Gems?

Das hängt vom Tool ab und ändert sich oft: Manche Funktionen stehen allen offen, andere nur in kostenpflichtigen oder Business-Tarifen. Prüf das in deinen Kontoeinstellungen oder in der offiziellen Hilfe des Anbieters.

Sind meine Anweisungen zu lang?

Wenn der Assistent einzelne Regeln ignoriert, ist der Text oft zu überladen oder zu vage. Behalte etwa zehn konkrete Vorgaben und streich die, die an den Antworten nichts ändern.