KI-Ratgeber

KI-Begriffe einfach erklärt: 20 Wörter, mit denen du ChatGPT oder Claude besser nutzt

Veröffentlicht am 4 Min. Lesezeit

Inhalt
  1. Warum lohnt es sich, KI-Begriffe zu kennen?
  2. Die Wörter, mit denen du bessere Anfragen schreibst
  3. Tokens, Kontext, Temperatur: Was passiert im Hintergrund?
  4. Modell, Training, multimodal: Woher kommt die KI?
  5. RAG, Agenten, Gedächtnis: KI-Begriffe für Fortgeschrittene
  6. Häufige Fragen

Systemprompt, Tokens, Kontextfenster, RAG: KI-Begriffe wirken oft wie Fachjargon für Informatiker. Dabei genügen rund zwanzig Wörter, um zu verstehen, was ChatGPT, Claude oder Gemini tun, ihre Hilfeseiten zu lesen und deine Anfragen besser zu formulieren. Hier ist ein Glossar, sortiert nach Einsatzzweck, mit einer einfachen Definition und einem konkreten Beispiel zu jedem Begriff.

Erklär mir den Begriff „[Begriff, z. B. Kontextfenster]“ aus dem Bereich künstliche Intelligenz.

Ich bin [dein Profil, z. B. Assistentin der Geschäftsführung, keine Technikerin] und nutze vor allem [Tool] für [Haupteinsatz].

Gliedere deine Antwort so:
1. In einem Satz, als würdest du es einem 12-jährigen Kind erklären.
2. In einem Absatz mit höchstens 80 Wörtern für eine erwachsene Person ohne Technikkenntnisse.
3. Ein konkretes Beispiel aus meinem Arbeitsalltag.
4. Das häufigste Missverständnis zu diesem Begriff und warum es falsch ist.
5. Was dieser Begriff ganz konkret für mich ändert, wenn ich einen Prompt schreibe.

Wenn der Begriff je nach Kontext oder Anbieter mehrere Bedeutungen hat, weise darauf hin, statt dich für eine zu entscheiden.

Warum lohnt es sich, KI-Begriffe zu kennen?

Weil diese Wörter ganz konkrete Grenzen beschreiben. Wer weiß, was ein Kontextfenster ist, versteht, warum ein Assistent den Anfang eines langen Gesprächs „vergisst“. Wer die Temperatur kennt, versteht, warum dieselbe Frage zwei verschiedene Antworten liefert. Und offizielle Hilfeseiten wie die Dokumentation von Anthropic oder das Hilfecenter von OpenAI verwenden diese Begriffe, ohne sie immer zu erklären. Wenn du neu einsteigst, lies zuerst unsere Erklärung zur generativen KI.

Die Wörter, mit denen du bessere Anfragen schreibst

Für eine KI schreiben
BegriffEinfache DefinitionBeispiel
PromptDie Anweisung, die du der KI gibst, schriftlich oder mündlich.„Fass dieses Protokoll in 5 Punkten zusammen.“
SystempromptGrundlegende Anweisungen, vom Anbieter oder von dir festgelegt, die für das ganze Gespräch gelten.Deine benutzerdefinierten Anweisungen: „Antworte immer auf Deutsch, ohne Fachjargon.“
Few-ShotIm Prompt ein paar Beispiele für das gewünschte Ergebnis mitgeben.3 gelungene Produktbeschreibungen einfügen, bevor du eine neue anforderst.
GedankenketteDie KI bitten oder zulassen, dass sie ihre Schritte darlegt, bevor sie zu einem Ergebnis kommt.„Denk Schritt für Schritt nach und gib dann deine endgültige Antwort.“

Die Technik mit Beispielen erklären wir ausführlich in unserem Ratgeber zum Few-Shot Prompting. Manche Assistenten bieten außerdem sogenannte „Reasoning-Modelle“ an, die sich vor der Antwort mehr Zeit zum Nachdenken nehmen. Sie lohnen sich bei logischen Problemen, weniger bei einer einfachen Umformulierung.

Tokens, Kontext, Temperatur: Was passiert im Hintergrund?

Wie ein Modell arbeitet
BegriffEinfache DefinitionWas das für dich bedeutet
TokenDas kleine Textstück, das das Modell verarbeitet: ein Wort, ein Wortteil, ein Zeichen.Längenbegrenzungen und API-Preise werden in Tokens gezählt, nicht in Wörtern.
KontextfensterDie Textmenge, die das Modell auf einmal berücksichtigen kann: dein Gespräch, deine Dateien und seine Antwort.In einem sehr langen Chat können ältere Teile ignoriert oder zusammengefasst werden. Starte dann mit einer Zusammenfassung neu.
TemperaturEine Einstellung, die den Zufallsanteil bei der Wortwahl steuert.Niedrig: gleichmäßigere Antworten. Hoch: abwechslungsreichere. Oft nur über die API oder Spezialtools einstellbar.
InferenzDer Moment, in dem das Modell seine Antwort auf deine Anfrage berechnet.Das kostet bei jeder Nachricht Zeit und Energie.
WissensstichtagDas Datum, bis zu dem die Trainingsdaten reichen.Ohne Websuche kennt die KI aktuelle Ereignisse nicht.
HalluzinationEine falsche Information, die selbstsicher behauptet wird.Zahlen, Namen und Quellen prüfen.

Modell, Training, multimodal: Woher kommt die KI?

Wie Modelle entstehen
BegriffEinfache DefinitionBeispiel
Sprachmodell (LLM)Das Programm, das darauf trainiert ist, Text zu verstehen und zu erzeugen, und das den Assistenten antreibt.ChatGPT, Claude, Gemini und Le Chat beruhen jeweils auf Modellen ihres Anbieters.
TrainingDie Phase, in der das Modell aus sehr großen Datenmengen lernt.Sie findet statt, bevor du das Tool nutzt, nicht während deines Gesprächs.
Feinabstimmung (Fine-Tuning)Ein zusätzliches Training, um ein Modell zu spezialisieren oder ihm das Befolgen von Anweisungen beizubringen.Ein Modell, das darauf abgestimmt ist, im Stil eines Kundenservice zu antworten.
Modell mit offenen GewichtenEin Modell, dessen Parameter man herunterladen und auf eigenen Servern betreiben kann.Einige Modelle von Mistral AI werden so veröffentlicht.
MultimodalKann mehrere Formate verarbeiten: Text, Bild, Ton, Video.Einen Kassenbon fotografieren und eine Ausgabentabelle anfordern.

RAG, Agenten, Gedächtnis: KI-Begriffe für Fortgeschrittene

Damit sich das Glossar festigt, such dir drei Begriffe von dieser Seite aus und frag deinen Assistenten mit dem Prompt des Tages danach, angepasst an deinen Beruf. Danach liest du die Hilfeseiten deiner Tools mit anderen Augen.

Häufige Fragen

Wie vielen Wörtern entspricht ein Token?

Das hängt von Sprache und Modell ab. Ein häufiges Wort kann einem einzigen Token entsprechen, ein langes oder seltenes Wort mehreren. Im Deutschen kommen wegen der vielen zusammengesetzten Wörter meist etwas mehr Tokens als Wörter zusammen.

Was ist der Unterschied zwischen Prompt und Systemprompt?

Der Prompt ist deine aktuelle Anfrage. Der Systemprompt legt den Rahmen für das ganze Gespräch fest: Rolle, Tonfall, Regeln. In Assistenten für Privatnutzer kommst du dem mit benutzerdefinierten Anweisungen oder Projekten am nächsten.

Verhindert RAG Halluzinationen?

Es verringert sie, weil sich das Modell auf bereitgestellte Dokumente stützt statt nur auf sein Trainingswissen. Es kann eine Passage aber trotzdem falsch lesen oder falsch zusammenfassen. Prüf die Zitate im Originaldokument.

Muss ich diese KI-Begriffe kennen, um KI gut zu nutzen?

Nein, aber sie helfen dir, die Grenzen der Tools zu verstehen und ihre Einstellungen zu lesen. Für die meisten Zwecke reichen wenige Wörter: Prompt, Kontext, Halluzination und Gedächtnis.