KI im Job

Vorstellungsgespräch mit KI vorbereiten: 8 Prompts, damit du gut vorbereitet und gelassen bist

Veröffentlicht am 3 Min. Lesezeit

Inhalt
  1. Vorstellungsgespräch mit KI vorbereiten: Wo fängst du an?
  2. Prompt 1: die Stellenanzeige zerlegen
  3. Prompt 2: dein Profil mit der Stelle abgleichen
  4. Fragen vorhersehen und Antworten strukturieren
  5. Prompt 3: die wahrscheinlichen Fragen auflisten
  6. Prompt 4: eine STAR-Antwort aufbauen
  7. Wie übst du das Sprechen mit der KI?
  8. Prompt 6: „Erzählen Sie etwas über sich“ in zwei Minuten
  9. Prompt 7: deine Fragen an den Recruiter
  10. Gehalt verhandeln: Wie weit kannst du der KI trauen?
  11. Prompt 8: die Verhandlung proben
  12. Häufige Fragen

Wer ein Vorstellungsgespräch mit KI vorbereiten will, kommt mit einer vagen Frage wie „Was werden die mich fragen?“ nicht weit. Die besten Ergebnisse bringt eine Vorbereitung in Etappen: Stellenanzeige zerlegen, Fragen vorhersehen, Antworten mit der STAR-Methode aufbauen, im Rollenspiel üben, dann eigene Fragen und das Gehaltsgespräch vorbereiten. Hier sind 8 Prompts zum Kopieren, in der Reihenfolge, in der du sie nutzt.

Du bist Recruiter für die Stelle [Stellenbezeichnung] in [Art des Unternehmens und Branche].
Hier ist die Stellenanzeige: [Anzeige einfügen].
Hier ist mein Werdegang in Kurzform: [3 bis 5 Zeilen, ohne persönliche Daten].

Führe mit mir ein simuliertes Vorstellungsgespräch mit etwa zehn Fragen:
- Stell immer nur eine Frage und warte auf meine Antwort.
- Mische Fragen zur Motivation, zu fachlichen Kompetenzen und zum Verhalten in konkreten Situationen.
- Wenn meine Antwort vage ist, hak nach, wie es ein echter Recruiter tun würde.
- Gib mir nach jeder Antwort Feedback in 3 Punkten: was gut funktioniert, was fehlt, und eine stärkere Formulierung in höchstens 3 Sätzen.

Ziehe am Ende Bilanz: meine 3 Stärken, meine 3 Baustellen und die Frage, an der ich zuerst arbeiten sollte.
Stell dich kurz vor und stell dann deine erste Frage.

Vorstellungsgespräch mit KI vorbereiten: Wo fängst du an?

Alles hängt vom Kontext ab, den du mitgibst. Bekommt die KI die vollständige Anzeige und eine Zusammenfassung deines Werdegangs, stellt sie gezielte Fragen. Ohne diese Infos liefert sie Allgemeinplätze. Wenn du neu dabei bist, hilft dir die Methode mit 5 Zutaten für einen guten Prompt, die Vorlagen unten anzupassen. Leg dir vorher bereit:

Prompt 1: die Stellenanzeige zerlegen

Hier ist eine Stellenanzeige: [Anzeige einfügen].
Analysiere sie wie ein erfahrener Recruiter und antworte in 4 Teilen:
1. Die 5 wirklich entscheidenden Kompetenzen, nach Wichtigkeit sortiert.
2. Die unausgesprochenen Erwartungen (was nicht dasteht, sich aber herauslesen lässt).
3. Die Schlüsselbegriffe, die ich in meinen Antworten aufgreifen sollte.
4. Die unklaren Punkte, die ich im Gespräch klären sollte.
Wenn dir eine Information fehlt, um etwas zu beurteilen, sag es, statt zu raten.

Prompt 2: dein Profil mit der Stelle abgleichen

Hier ist die Anzeige: [Anzeige]. Hier ist mein anonymisierter Lebenslauf: [Lebenslauf].
Erstelle eine Tabelle mit 3 Spalten: Anforderung der Stelle, Nachweis in meinem Werdegang, Grad der Übereinstimmung (hoch, mittel, gering).
Nenne danach die 3 Einwände, die ein Recruiter gegen mich haben könnte, und schlag für jeden einen ehrlichen Antwortansatz vor.

Fragen vorhersehen und Antworten strukturieren

Wenn du die Stelle verstanden hast, lass dir von der KI die wahrscheinlichsten Fragen nennen und arbeite deine Beispiele mit der STAR-Methode aus. Dieses Raster ist im Recruiting weit verbreitet und verhindert Antworten, die in alle Richtungen abschweifen.

Die STAR-Methode auf einen Blick
BuchstabeBedeutungWas du erzählst
SSituationDen Kontext in ein, zwei Sätzen
TTask (Aufgabe)Deinen Auftrag oder das Problem, das zu lösen war
AAktionWas du konkret getan hast
RResultatDie messbare oder sichtbare Wirkung und was du daraus gelernt hast

Prompt 3: die wahrscheinlichen Fragen auflisten

Erstelle auf Basis dieser Anzeige [Anzeige] und meines Profils [Zusammenfassung] eine Liste der 12 wahrscheinlichsten Fragen in einem Vorstellungsgespräch für diese Stelle: 4 zur Motivation, 4 fachliche, 4 zum Verhalten in konkreten Situationen.
Schreib zu jeder Frage in einem Satz, was der Recruiter damit eigentlich prüfen will.

Prompt 4: eine STAR-Antwort aufbauen

Hilf mir, eine Antwort nach der STAR-Methode auf diese Frage zu strukturieren: „[Frage]“.
Hier sind meine Erfahrungen als ungeordnete Notizen: [deine Notizen].
Formuliere eine mündliche Antwort mit höchstens 150 Wörtern, in der Ich-Form, ohne Fachjargon und ohne Superlative. Erfinde keine Zahlen und keine Fakten: Wenn etwas fehlt, frag mich.

Wie übst du das Sprechen mit der KI?

Prompt 5 ist die Simulation oben im Artikel. Mach sie mindestens zweimal, am besten laut: Je nach Tarif und App bieten ChatGPT, Gemini oder Claude einen Sprachmodus, der die Übung realistischer macht. Ergänze sie durch zwei gezielte Trainings.

Prompt 6: „Erzählen Sie etwas über sich“ in zwei Minuten

Schreib mir einen mündlichen Pitch von 2 Minuten (etwa 250 Wörter) als Antwort auf „Erzählen Sie etwas über sich“, zugeschnitten auf die Stelle [Stelle].
Aufbau: wer ich heute bin, 2 Erfolge mit Bezug zur Stelle, warum gerade diese Stelle und warum jetzt.
Stütze dich nur auf diese Angaben: [Werdegang]. Natürlicher Ton, kurze Sätze, die sich leicht sprechen lassen.

Prompt 7: deine Fragen an den Recruiter

Schlag mir 8 kluge Fragen vor, die ich am Ende des Vorstellungsgesprächs für die Stelle [Stelle] bei [Unternehmen] stellen kann.
Ordne sie in 3 Kategorien: der Arbeitsalltag in der Stelle, Team und Führung, Entwicklungsperspektiven.
Vermeide Fragen, deren Antwort schon in der Anzeige steht: [Anzeige].

Gehalt verhandeln: Wie weit kannst du der KI trauen?

Die KI ist ein guter Trainingspartner für die Verhandlung, aber keine Quelle für Gehaltstabellen. Ihre Schätzungen können veraltet oder falsch sein. Orientiere dich an vergleichbaren Anzeigen, an Vergütungsstudien deiner Branche und, falls ein Tarifvertrag gilt, an dessen Entgelttabellen. Allgemeine Infos rund um Arbeit und Beruf findest du bei der Bundesagentur für Arbeit.

Prompt 8: die Verhandlung proben

Spiel eine Personalverantwortliche, die mir für die Stelle [Stelle] ein Angebot über [Betrag] macht. Mein Ziel ist [Wunschbetrag], begründet mit [Argumente].
Leiste realistischen Widerstand: knappes Budget, internes Gehaltsgefüge, Vergleich mit anderen Kandidaten.
Beende das Rollenspiel nach 5 Wortwechseln und analysiere meine Verhandlung: starke Argumente, zu schnelle Zugeständnisse, Formulierungen, die besser gehen.

Beim Datenschutz gilt: Entferne aus deinen Unterlagen alles, was dich identifiziert. Unser Ratgeber dazu, was du nie in einen Chatbot kopieren solltest, erklärt die wichtigsten Regeln. Nach dem Gespräch hilft dir die KI auch bei einer schlichten Dankesnachricht, die du an deinen eigenen Schreibstil anpasst.

Dein Fahrplan: Am Vortag nutzt du die Prompts 1 bis 4, am Tag selbst machst du eine komplette Simulation und liest danach die Bilanz durch. Behalte lieber drei starke STAR-Beispiele im Kopf als zehn auswendig gelernte Antworten.

Häufige Fragen

Welche KI eignet sich zur Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch?

ChatGPT, Claude, Gemini oder Le Chat von Mistral eignen sich alle für diese Übungen. Entscheidend ist die Qualität des Kontexts: die vollständige Anzeige und eine Zusammenfassung deines Werdegangs. Wenn du das Sprechen üben willst, nimm je nach Tarif eine App mit Sprachmodus.

Darf ich meinen Lebenslauf in eine KI einfügen?

Ja, wenn du vorher die persönlichen Daten entfernst: Name, Adresse, Telefonnummer, E-Mail. Prüfe außerdem in den Einstellungen, ob deine Unterhaltungen zum Training des Modells genutzt werden, und schalte das bei Bedarf ab.

Sind die Angaben der KI über das Unternehmen verlässlich?

Nicht immer. Eine KI kann mehrere Unternehmen durcheinanderbringen oder auf alte Informationen zurückgreifen. Prüfe deshalb immer die offizielle Website, aktuelle Pressemitteilungen und die Karriereseite.

Wie viel Zeit sollte ich für die Vorbereitung mit KI einplanen?

Rechne mit ein bis zwei Stunden, verteilt auf zwei Tage: eine Einheit, um die Anzeige zu analysieren und deine Beispiele vorzubereiten, eine zweite für die Simulation. Laut zu üben bringt mehr, als fertige Antworten zu lesen.